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Sonntag der Oktav von Christi Himmelfahrt (1. Juni 2003) Jo. 15:26-27;16:1-4.

Das heutige Evangelium ist von einer Aktualität, die es wohl schon lange nicht mehr gegeben hat, ausser vielleicht in den Missionsländern, als diese noch solche waren, anstatt vom Summus Pontifex in ihren schrecklichen Irrtümern bestätigt zu werden.

Der erste Teil der heutigen Prophezeiung richtet sich auf das knapp bevorstehende Pfingstfest und kündigt das Kommen des Hl. Geistes, des Parakleten, des Geistes der Wahrheit an. Hier stiftet übrigens Christus selbst die erste Novene: Die Gottesmutter und die Apostel verharren im Gebet, bis am fünfzigsten Tag nach der Auferstehung (PENTE-costes) der Hl. Geist zu ihnen herabsteigt, um sie mit Seiner Stärke, Weisheit, vor allem aber Liebe zu erfüllen. Die dazwischenliegenden neun Tage (novena) dienen der Vorbereitung auf dieses Ereignis, ein Beispiel, dem wir folgen sollten, wenn wir die heiligen Früchte dieses Heiligengeistfestes empfangen wollen. Bedauerlicherweise können die meisten Gläubigen diese Novene nicht mehr mit der, durch den Ratschluss Papst Pius XII. abgeschafften, Pfingstvigil abschliessen, die in ihrer Ähnlichkeit zur Ostervigil vor dem Achten Schöpfungstage, die Vigil des Geburtsfestes der Kirche ist. Die sechs Lesungen aus der Heilsgeschichte sind eine tiefe Vorbereitung auf das Fest des Geistes der Wahrheit, die Allerheiligenlitanei auf das Fest des Paraclitus und die Vigilmesse, die – im Sinne des Wortes „voll“ – vollkommene, in der Kirche seit Anfang übliche, erste Vesper des zweithöchsten Festes der Kirche. Warum soll auch das Fest des Heiligen Geistes später beginnen, als das eines jeden einzelnen Heiligen?

Für die oben erwähnte Aktualität müssen wir uns aber auf den Aspekt der Wahrheit in der Natur des Heiligen Geistes konzentrieren. Die Heiligkeit der dritten Person Gottes ist bei jedem Christen, der noch das Kreuzzeichen macht, unbestritten. Der Aspekt des Paraclitus wird dank der Verbreitung falscher Übersetzungen nicht verstanden, aber auch nicht geleugnet: das latinisierte Wort Paraclitus kommt aus dem Griechischen parákleetos und heisst nicht Tröster, sondern Fürsprecher und Anwalt, da ja dem Heiligen Geist die Aufgabe zukommt, als Geist der Wahrheit in den Aposteln und ihren Nachfolgern das Werk Christi auf Erden ganz im Geiste und Namen des göttlichen Stifters der lehrenden Kirche fortzusetzen, zu bezeugen und zu verteidigen. In diesem letzten Punkt aber macht sich die Konzilskirche über die dritte Person Gottes lustig, wenn sie sagt: „Die einzige Kirche Christi.... subsistiert in der katholischen Kirche.... Das schliesst nicht aus, dass ausserhalb ihres Gefüges vielfältige Elemente der Heiligung und der Wahrheit zu finden sind“ (Lumen Gentium 8). In Nummer 15 schreibt dieses schändliche Dokument den Häretikern und Schismatikern „eine wahre Verbindung im Heiligen Geiste“ zu, was offensichtlich bedeuten soll, dass man mit Teilwahrheiten auch selig werden kann. Das ist aber eine Verspottung des Heiligen Geistes, der ja als Gesandter Christi auch vom Sohne ausgeht. Diese Wahrheit des Filioque, die im Credo jeden Sonntag und öfter gebetet wird, scheint bezeichnenderweise in dem angeblich so katholischen Credo des Gottesvolkes von Papst Paul VI. nicht auf und darf in der heutigen ökumenischen Gesinnung auch nicht mehr betont werden, wie einige jüngere Dokumente der Konzilskirche (z.B. der Vertrag von Balamand) unterstreichen.

Dieser Gesandte Gottes also, der ja auch von Christus ausgeht (Jo. 14:16; 15:26; 16:7, 13ff.) und dessen eigener Geist ist (Röm. 8:9; Gal. 4:6; Phil. 1:19), MUSS ja die Lehre Christi bestätigen und KANN sie NIEMALS Lügen strafen! Und nun sollen die Lutheraner, die das Priestertum, die Hl. Messe etc. leugnen und die Russisch-Orthodoxen, die den Primat des Papstes und alle Konzilien nach dem vierten (oder siebenten) etc. leugnen, „eine wahre Verbindung im Heiligen Geiste“ mit der einzigen wahren Kirche haben? Entweder gibt es wirklich keine absolute Wahrheit, oder das Zweite Vatikanische Konzil war kein ökumenisches, denn so ein Unsinn kann ja nicht einmal im ordentlichen Lehramt stehen. Der Heilige Geist ist kein Starkstromverbindungskabel mit Häretikern, sondern der GEIST DER WAHRHEIT, von der kein Iota Unum genommen werden darf.

Christus schickt den Aposteln den Geist der Wahrheit, seinen Anwalt also (und nicht den Tröster) und er warnt sie, denn die meisten Menschen konnten ja seit der Erbsünde die Wahrheit nicht vertragen: „Das habe ich euch gesagt, damit ihr keinen Anstoss nehmet. Sie werden euch aus den Synagogen stossen; ja, es kommt die Stunde, da jeder, der euch tötet, Gott einen Dienst zu tun glaubt. Das werden sie euch antun, weil sie weder den Vater noch Mich kennen.“

Wie erschreckend wahr das doch heute ist. Damals waren es die Pharisäer, heute sind es die Bischöfe, die den, der an der Wahrheit festhält, aus der Synagoge stossen. Wortwörtlich ist das heute wahr: „Synagoge“ heisst ja „Versammlung“: Egal, ob die Neue Messe von Paul VI. gültig ist oder nicht, das Sakrileg findet statt: Ist sie gültig, dann durch die Handkommunion und die nach unzähligen „Eucharistiefeiern“ auf dem Boden zertretenen Hostien, ist sie nicht gültig, dann durch die Scheinzelebration. Das, was am Sonntag heute in den meisten Kirchen stattfindet, ist daher eine Versammlung von braven Katholiken, die es nicht besser wissen, lauen Katholiken, denen es egal ist und einer geraumen Anzahl von Liberalen, Linken, Lästermäulern und Wichtigtuern, die ohnehin nicht katholisch sind. In diesen „Synagogen“ ist alles erlaubt, vom Tanz der nackten Mädchen um den Altar (Zug) bis zum gedeckten Frühstückstisch für die Erstkommunikanten (Chartres), nur eines ist nicht erlaubt: die Wahrheit, sei es in der Predigt oder gar in dem seit 1570 verbindlichen Messritus. Dann, und nur dann, wird man aus der „Synagoge“ gestossen. Wenn sich eines Tages herausstellte, dass der hw. Pfarrer Milch nicht von einem „Irren“, sondern in einem Ritualmord martyrisiert wurde, dann wären ja beide Prophezeiungen Christi im kleinen Hattersheim eingetroffen. Wie es war, weiss Gott, das erste aber ist eingetroffen und das zweite wartet auf uns, nicht auf alle, aber manche. Die Jüngeren unter uns werden vielleicht noch eine entsprechende Gesetzgebung erleben, an die sich die Älteren wohl erinnern. Daran dürfen wir keinen Anstoss nehmen, so sagt uns der Herr, denn sonst hätten wir ja den Spruch vergessen, dass unsere einzige Hoffnung das Kreuz ist, das von Christus und – wie von Ihm gefordert – das unsere. „Ich sage euch das, damit, wenn jene Stunde kommt, ihr euch daran erinnert, dass ich es euch gesagt habe.“

Diese Stunde ist gekommen, ganz und gar nicht nur im vollen Sinne des Martyriums, sondern in unserem Alltag: Über wen darf man sich in Deutschland (und in Österreich noch schlimmer) ungestraft lustig machen? Über die Juden? Nein, das kann einen vor Gericht bringen! Über die Mohammedaner? Nein, das ist „Ausländerhass“! Über Christus? JA, JA, und nochmals JA! Das bedeutet Erfolg im Fernsehen, im Film und im Theater, womöglich noch mit staatlicher Förderung! Deswegen gelten als „anerkannt“ schlimmste Ignoranten im Lande die wahren Katholiken, nicht bei allen, Gott sei Dank, nicht einmal bei allen Zeitungen, aber im allgemeinen.

Die Stunde ist gekommen und Christus hat es gesagt, aber das ist ja Sein Weg, den wir da gehen müssen: Das Kreuz, das den Himmel aufsperrt. Denken wir daran, was für eine Katastrophe das ist, wenn wir unsere Hausschlüssel verlieren. Den Schlüssel zum Himmelreich müssen wir noch 1000mal mehr lieben: Ave Crux, SPES UNICA! Nur in diesem Kreuz kann unsere Liebe wirklich sein: Wer Christus liebt, muss das Kreuz tragen!

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